Porträts bekannter Persönlichkeiten dominieren das Oeuvre von Franziska Schunke. Diese werden großflächig und in plakativer Aufmachung wiedergegeben. Politiker, Künstler, aber vor allem Filmcharaktere rücken in den Fokus ihrer Bilder.

Teils nur in Schwarz und Weiß, teils mit kräftigen und kontrastreichen Farben, aber immer aufs Nötigste reduziert werden diese dargestellt. Trotz der Einfachheit sind die Dargestellten an ihren spezifischen Merkmalen und markanten Details der Gesichtszüge sofort als solche zu identifizieren. Der plakative Farbauftrag sowie die kräftigen Farben erinnern die Arbeiten nicht nur an Werbeplakate, sondern vor allem an die Arbeiten Andy Warhols. Jedoch handelt es sich bei den Arbeiten nicht um Siebdrucke, sondern um handgemalte Acrylbilder auf Leinwand.

Bonnie ClydeWirken die Arbeiten von Franziska Schunke auf den ersten Blick schillernd, so haben diese doch eine Tiefenwirkung. Diese steht im Kontrast zur bunten Darstellungsweise. Eine Arbeit zeigt ein glückliches Paar vor einem Auto. Der Name verrät jedoch, dass es sich hierbei um die Gangster Bonnie und Clyde vor ihrem Todeswagen handelt. Auch Al Capone, John Dillinger oder Tony Montana aus Scarface, verantwortlich für die Tode vieler Menschen, wurden ebenfalls gemalt. Andere Porträtierte wurden durch Unfälle aus dem Leben gerissen wie Lady Diana, Marylin Monroe oder Jean-Michel Basquiat. Selbst Madonna wirkt auf dem Bild eher blass und kränklich. Diese Zweigesichtigkeit der Personen spiegelt sich auch in der Überbetonung von Licht und Schatten, durch die auf der einen Gesichtsseite Glanzpunkte gesetzt werden, während die Andere im tiefen Dunklen verschwindet.

 

Eine besondere Rolle im Gesamtwerk Franziska Schunkes nimmt der Charakter des Jokers ein. Charakteristisches wie das breite Grinsen, dieJoker I Jokerspielkarte sowie die für den Joker typischen Farben machen ihn auch auf den Bildern leicht erkennbar. Aber auch hinter der lachenden Fassade Joker steht eine tragische Seite. Einerseits durch den frühen Tod des Darstellers Heath Ledger, aber besonders im Comic wird diese thematisiert. Hinter den Morden, Verstümmelungen und dem ewigen Lachen offenbart der Joker eine andere Seite. In „The Killing Joke“ wird gezeigt, dass der Joker vor seiner Metamorphose ein erfolgloser Komiker war, der nur Geld für seine Frau und sein ungeborenes Kind aufbringen wollte. Dadurch wurde er oraktisch auf die schiefe Bahn gezwungen. Im Comic „Batman: Joker“ von Lee Bermejo und Brian Azzarello sieht man den Joker wie er sich heulend an Harley Quinn klammert. Auch in diesem Bereich finden die zwei Gesichter der Dargestellten starke Beachtung.